Wettergefahren-Frühwarnung | Starkregen - Indien - August 201
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Montag, 29 August 2016 22:00 MESZ



Starkregenfälle
Indien

August 2016


Satellitenbild 18.08.2016
Quelle: Nasa Worldview

Ergiebige Monsunregenfälle führten im August 2016 im Norden und Nordosten Indiens zu schweren Überschwemmungen. Besonders betroffen war der Bundesstaat Bihar wo bislang 159 Menschen ums Leben kamen. Indiens zweitgrößter Fluss, der Ganges erreichte nahezu einen Rekordpegelstand. Landesweit kamen in Indien in der diesjährigen Monsunsaison bereits mehr als 480 Menschen ums Leben.


Starke Regenfälle führen in Indien während des Südwestmonsuns in den Monaten von Juni bis September nahezu alljährlich zu schweren Überschwemmungen. Die Intensität und Verteilung der Niederschläge ist dabei von Jahr zu Jahr aber auch innerhalb eines Jahres großen Schwankungen ausgesetzt. Besonders ergiebig fielen die Monsunregenfälle in Indien beispielsweise im Jahr  2013 aus. In der bis dahin tödlichsten Monsunsaison kamen durch Überschwemmungen nach starken Regenfällen mehr als 5000 Menschen ums Leben. Aber auch in diesem Jahr wird bereits von mehr als 480 Toten berichtet.

Die großen Niederschlagsmengen kommen während des Südwestmonsuns in den nordhemisphärischen Sommermonaten meist in Verbindung mit Mesoskaligen Konvektiven Systemen zusammen. Während des Südwestmonsuns sind die Bedingungen für solche konvektiven Systeme ideal. Der Südwestwind transportiert zum einen sehr feuchte und warme Luft vom Indischen Ozean auf den Kontinent. Zum anderen sorgt er für die für organisierte Konvektion wichtige vertikale Windscherung. Hebungsprozesse im Bereich flacher Tiefdruckgebiete dienen schließlich als Auslösemechanismus von Konvektion.

Satellitenbilder von 17.-22.08.2016 | Quelle: CIMSS
17.08.2016, 12 UTC 18.08.2016, 12 UTC 19.08.2016, 12 UTC
20.08.2016, 12 UTC 21.08.2016, 12 UTC 22.08.2016, 12 UTC

Im August 2016 entwickelten sich besonders im Norden und Nordosten Indiens im Bereich kleinräumiger Tiefdruckgebiete immer wieder Mesoskalige Konvektive Systeme. Ein Eindrucksvoller Komplex ist auf den Satellitenbildern beispielsweise am 18. August über dem Nordosten des Landes zu erkennen, der sich bis zum 20. August westwärts Richtung pakistanische Grenze verlagerte. Aus Osten folgte derweil ein weiterer Komplex, der einst zu Tropensturm "Dianmu" gehörte. "Dianmu" ging als Tropensturm am 18. August zunächst in der Südchinesischen Provinz Guangdong an Land. Im weiteren Verlauf brachte das System auch Vietnam, Laos und Myanmar ergiebige Niederschläge, bevor es am 21. August auch dem Nordosten Indiens erfasste.

Niederschlagssumme, 14.- 20.08.
Quelle: NOAA CPC
Über Flusseinzugsgebiete
gemittelte Niederschlagssumme
u. Abweichung, 18.-24.08.

Quelle: IMD
Niederschlagsmenge von 18.-24.08.
Quelle: IMD

30 tägige Niederschläge bis 25.08 an ausgewöhlten Stationen | Quelle: NOAA CPC
Nagpur Sonegaon Jamshedpur Bhopal

Über die Monsunsaison hinweg fielen die gefallenen Niederschlagsmengen regional sehr unterschiedlich aus. Während über die indische Fläche gemittelt der Monsun bisher etwas zu wenig Niederschlag brachte, kamen im Norden und Nordosten des Landes örtlich extreme Mengen zusammen. In Jamshedpur in der Nordöstlichen Provinz Jharkhand beispielsweise fielen bis zum 25. August innerhalb 30 Tagen 1143,6 mm, mehr als das 3-fache der sonst üblichen Menge. Überflutungen, etwa an Indiens zweitgrößtem Fluss Ganges überschwemmten ganze Ortschaften. Satellitenbilder zeigen eindrucksvoll die Ausdehnung des Stroms bei Patna am 21. August. Messungen an der Station Patna Gandhighat zeigten am 24. August einen Pegelstand von 50,19 m, knapp unter dem Rekordpegelstand von 50,27 m. Von den Fluten besonders betroffen ist der Bundesstaat Bihar. Allein hier sind mehr als 3,7 Mio. Menschen von den Fluten betroffen, 159 kamen bislang ums Leben (Stand 29. August 2016). Nach offiziellen Angaben kamen in ganz Indien seit Beginn des Monsuns bis zum 11. August bereits 480 Menschen ums Leben. Neben den starken Regenfällen führte die Öffnung des Bansagar dam am Sone River einem Zusfluss des Ganges ab dem 18. August zu einer regelrechten Flutwelle. (Quellen: FloodList, The Indian Express)

Satellitenbilder Terra, MODIS des Ganges | Quelle: NASA Earth Observatory
10.08.2015 21.08.2016


Text: MB
29. August 2016