Wettergefahren - Frühwarnung
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Montag, 15. Januar 2018, 12:00 MEZ


Schneefall/Starkregen


Süddeutaschland, Alpen
03.-05.01.2018



Satellitenbild: 04.01.2018, 12:00 UTC
Quelle: woksat

Wetterlage und Entwicklung

Zu beginn des neuen Jahres zog das Sturmtief "Burglind" über Norddeutschland hinweg und verursachte in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Schweiz und Deutschland Windgeschwindigkeiten von 100-120km/h. In hohen Lagen wurden auch Orkanböen von 140km/h gemessen. Damit verbunden waren häftige gewittrige Regenfälle, die in der durchziehenden Kaltfront aufgetreten sind. Sturmtief "Burglind" zog im Laufe des 03.01. nach Polen ab und der Wind beruhigte sich etwas. Dahinter folgte jedoch das nächste Tiefdrucksystem "Christine", das sich bis zum Abend des 05.01. über Großbritannien und die südliche Nordsee bis nach Polen verlagerte. Die dazugehörige Warmfront, die warme und feuchte Meeresluft heranführte, überquerte Frankreich, die Schweiz, Süddeutschland und breitete sich nach Nordosten aus. Während im Flachland das Regengebiet schnell weiterzog, kam es in den höheren Lagen zu Staueffekten, wo der Niederschlag sich intensivierte und lang anhielt.

500 hPa-Geopotential/Bodendruck und 850 hPa-potentielle Temperatur und Bodendruckkarte| Quelle: Wetter3.de dwd.de
04.01.2018, 12 UTC 04.01.2018, 18 UTC 05.01.2018, 00 UTC 05.01.2018, 06 UTC


So fiel binnen 24h von 04.-05.01.2018 6 UTC in den hohen Lagen des Schwarzwald auf dem Feldberg 74mm in Freudenstadt 77mm. Im Alpenvorland war Oberstdorf mit 47mm Spitzenreiter. Im umliegenden Flachland waren die Regenmengen nicht so ergiebig. So meldete München 25mm, in Stuttgart nur 14mm und in Freiburg 13mm. Im Nachbarland Schweiz stachen die Orte Derborence und Braunwald mit jeweils 131mm und 117mm heraus. Im Wallis und Unterwallis fiel verbreitet 40-60mm. Der führende Ort ist hier Champery im Unterwallis mit 66mm, sowie Gstaad am Alpenhauptkamm mit 72mm. Das Jura meldete verbreitet Niederschlagssummen von rund 40mm und im Flachland kamen 20-30mm hinzu. Am wenigsten Niederschlag viel auf der Alpensüdseite im südlichen Tessin und im Oberengadin. Dort vielen nur wenige Millimeter.


Hochwasser

Obwohl die anhaltenden Niederschläge endeten, entspannte sich die Lage in Deutschland dennoch nicht. Aufgrund der hochreichenden Schneefallgrenze bei 2000m, fiel der Neiderschlag bis in hohe Lagen als Regen und regte somit die Schneeschmelze an. Insbesondere im Schwarzwald schmolz so der Schnee dahin und füllte die kleinen Bäche. Das Wasser wurde in die großen Flüsse wie Rhein und Donau abtransportiert, wodurch es keine lokalen Überschwämmungen von kleinen Bächen gab. Jedoch führte dies verzögert zu hohen Pegelständen von Rhein und Donau. So wurde am 05.01. 23 Uhr MEZ in Bayern um die Donau verbreitet mittleres Hochwasser, an einigen Orten großes Hochwasser gemeldet. In Köln erreichte der Rhein seinen höchststand am 08.01 16 Uhr MEZ von einer Höhe von 8,78m. Zur Folge hatte dies, dass die Schifffahrt komplett eingestellt werden musste, da die Schiffe nicht mehr unter den Brücken hindurchfahren konnten.

Ort 24h-Niederschlagssummen Quelle: slf.ch, dwd.de
Derborence, VS
Braunwald, GL
Freudenstadt, BW
Feldberg, BW
Gstaad, BE
Oberstdorf, BY
131mm
117mm
77mm
74mm
72mm
47mm
Pegelstand Rhein in Köln, 08.-15.01.2018 Quelle: hvz.rlp




Text: DF
13.-15. Januar 2018