Wettergefahren-Frühwarnung | heftige Gewitter, Starkregen - Südosteuropa - 06.-09.09.2016
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

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Sonntag, 11. September 2016, 15:20 MESZ


Starkregen/Gewitter
Südosteuropa

06. - 09.09.2016




Satellitenbild, Terra Modis am 07.09.2016
Quelle: Nasa Worldview


Ein Höhentief brachte Anfang September 2016 Teilen Südosteuropas, besonders aber Griechenland heftige Gewitter verbunden mit starken Niederschlägen mit sich. Innerhalb von 4 Tagen fielen bis zum 09. September in Teilen Griechenlands mehr als 350 mm. Überschwemmungen führten in weiten Teilen des Landes zu Schäden und hatten insgesamt fünf Todesopfer zur Folge.


Wetterlage und Entwicklung

Das Höhentief, das Anfang September im zentralen Mittelmeerraum von Süditalien bis Griechenland für sintflutartige Regenfälle und Gewitter sorgte, ging zunächst aus einem Kurzwellentrog hervor, der eingelagert in eine westliche Höhenströmung am 03. September vom Atlantik kommend den europäischen Kontinent erreichte. An seiner Vorderseite zog Tief "Netti" bis zum 05. September über Großbritannien, Norddeutschland und Polen bis nach Weißrussland. Ein Vorstoß kalter Luft an "Nettis" Rückseite aus Skandinavien führte schließlich über dem östlichen Mitteleuropa ab dem 05. September zu einer Amplifizierung des Höhentroges, sodass er in der Folge in seinem Südteil abtropfte und als abgeschlossenes Höhentief über dem zentralen Mittelmeerraum zum liegen kam. Im Gegenzug dazu, machte sich weiter westlich afrikanische Heißluft auf den Weg nach Norden und sorgte in Spanien für eine extreme Hitzewelle, die dort neue Rekordtemperaturen für den Monat September mit sich brachte. In Andalusien, Extremadura und Murcia stiegen die Temperaturen am 06.- und 07. September auf extrem heiße Werte um 45 °C, womit vielerorts die höchste Temperatur des Jahres gemessen wurde.

Radarbilder | Quelle: Wetter3
06.09.2016, 00 UTC 07.09.2016, 00 UTC 08.09.2016, 00 UTC 09.09.2016, 00 UTC

Das Höhentief, das sich ab dem 06. September über Süditalien einnistete sorgte durch eingelagerte Vorticitymaxima zum einen für große dynamische Hebungsantriebe. Zum anderen führte die mit dem Höhentief verbundene Höhenkaltluft über dem 26 °C warmen Mittelmeer zu einer Labilisierung der Troposphäre, sodass sich um das Höhentief herum immer wieder größere Gewittercluster ausbildeten. Anfang September wenn die Wassertemperaturen im Mittelmeer ihr jahreszeitliches Maximum aufweisen ist das Angebot an Feuchtigkeit besonders groß, sodass mit den Gewittern zum Teil extreme Niederschläge einhergingen. Zwischen dem 06. September und dem 09. September fielen in Griechenland örtlich über 350 mm Niederschlag, und auch in Süditalien, besonders auf Sizilien und in Kalabrien kamen große Niederschlagsmengen zusammen (zum Beispiel in Praia a Mare am 06. September: 125,2 mm in 24 Stunden).

Die immer wiederkehrenden heftigen Niederschläge führten besonders in Griechenland zu Überschwemmungen. Bäche schwollen zu Flüssen an und setzten ganze Ortschaften unter Wasser. Besonders betroffen waren Teile der Peloponnes sowie die Stadt Thesaloniki im Nordosten des Landes, wo vorübergehend Katastrophenalarm ausgerufen wurde. Fünf Menschen kamen insgesamt in den Fluten ums Leben, drei davon in Kalamata, einer bei Sparta, sowie einer in Korinth.

Satellitenbilder und Blitzekarten (Zeitpunkt +24 h) | Quellen: Eumetsat, lightningmaps
06.09.2016, 00 UTC 07.09.2016, 00 UTC 08.09.2016, 00 UTC 09.09.2016, 00 UTC

Akkumulierter Niederschlag von 06.09.- 09.09.2016
Datenquelle: Meteo.gr
Station RR
Nea Michaniona
Arfara Messenien
Grevena
Geraki Laconia
Kaimaktsalan
Theodoriana Arta
Kardamili
Ioannina
Naoussa
Kalamata; Kalambaka
352 mm
279 mm
263 mm
232 mm
218 mm
197 mm
186 mm
179 mm
173 mm
162 mm



Text: MB
11. September 2016