Wettergefahren-Frühwarnung | Starkregen - West-Balkan - 18.-19.01.2015
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

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Freitag, 23. Januar 2015, 15:30 MEZ


Tropensturm

Malawi, Mosambik, Madagaskar

12.-17.01.2015


Satellitenbild (Terra)
16.01.2015
Quelle: NASA Mosdis


Seit Jahresbeginn 2015 sorgten ergiebige Regenfälle in den afrikanischen Staaten Mosambik und Malawi verbreitet für Überschwemmungen. Ganze Dörfer wurden überflutet und etwa 280.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Am 16. Januar traf Torpensturm "Chedza" auf die Westküste Madagaskars. Heftige Windböen und starke Regenfälle hatten auch dort große Schäden zur Folge. In Malawi, Mosambik und Madagaskar starben bislang 260 Menschen in den Fluten.



Sintflutartige Regenfälle in Teilen Mosambiks und Malawis

Alljährlich verlagert sich die ITC (Innertropische Konvergenzzone) mit dem Zenitstand der Sonne in den Wintermonaten der Nordhalbkugel in Richtung des südlichen Wendekreises. Dann herrscht im Süden Afrikas, sowie auf Madagaskar Regenzeit. Im Bereich konvektiver Systeme, die sich täglich entlang der ITC bilden, treten zum Teil intensive Regenfälle auf. Ungewöhnlich heftig fielen diese Regenfälle in der ersten Januarhälte in Teilen Mosambiks und Malawis aus. Im Bereich eines innertropischen Tiefs, das sich über dem Norden Mosambiks befand, bildeten sich langlebige Gewittersysteme, die über mehrere Tage hinweg zum Teil sintflutartige Regenfälle mit sich brachten. Am 13.- und 14.01. erreichten die Niederschläge in Malawi und Mosambik ihren Höhepunkt. Bis 13.01., 06 UTC fielen in Chileka (Malawi) 167 mm in nur 24 Stunden. In weiten Teilen Mosambiks und Malawis kam es zu Überschwemmungen. Ganze Dörfer wurden überflutet oder waren von der Außenwelt abgeschlossen. Am schlimmsten waren die südlichen Provinzen Nsanje, Chikwawa und Phalombe von Malawi betroffen. In Mosambik und Malawi starben bislang 247 Menschen in den Fluten, etwa 280.000 mussten ihre Häuser verlassen (Stand 19.01., Quelle: Blomberg News ). Die Überschwemmungen werden bereits als die verheerendsten in Malawis Geschichte bezeichnet.

Satellitenbilder MET7 IR | Quelle: F. Valk
10.01.2015, 18 UTC 12.01.2015, 18 UTC 14.01.2015, 18 UTC 16.01.2015, 18 UTC 18.01.2015, 18 UTC

Satellitenbilder Landsat 8 (vis): Licungo River (Mosambik) | Quelle: Nasa Earth Observatory
01.02.2014 17.01.2015

Tropensturm "Chedza" über Madagaskar

Bis zum 15. Januar verlagerte sich das Tiefdrucksystem ostwärts auf die Straße von Mosambik. Über dem warmen Ozianwasser reifte das System schließlich zum Tropensturm "Chedza" heran und traf am 16.01. auf die Westküste Madagaskars. Mit etwa 27 Grad lagen die Wassertemperaturen in der Straße von Mosambik 0,6 Kelvin über dem langjährigen Mittel. Heftige Windböen und ergiebige Regenfälle sorgten auch auf der Insel Madagaskar vielerorts für Schäden. Die folgenden Satellitenbilder zeigen die Ausmaße der Überflutungen am Tsiribihina River auf Madagaskar.

Satellitenbilder Landsat 8 (vis): Tsiribihina River (Madagaskar) | Quelle: Nasa Earth Observatory
03.12.2014 20.01.2015

In Mananjary fielen bis zum 17.01.2015 beispielsweise 188 mm in nur 24 Stunden. Monatssummen des langjährig gemittelten Januarniederschlags von mehreren 100 mm sind in der Nordhälfte Madagaskars üblich. Im Südwesten des Inselstaats ist es dagegen mit einem druchschnittlichen Januarniederschlag von etwa 80 mm deutlich trockener. Auch in Madagaskar mussten in der Folge von Überschwemmungen etwa 80.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Dort starben bislang 13 Menschen in den Fluten (Stand 19.01., Quelle: Blomberg News).

Zugbahn "Chedza" und TRMM Niederschlagsandalyse | Quellen: TRMM, Unisys Weather
72-stündiger Niederschlag bis 17.01., 09 UTC Zugbahn "Chedzs" Zugbahn "Chedzs"


24-h-Niederschlagssummen in Madagaskar > 50 mm bis 17.01.2015, 06 UTC
Datenquelle: ogimet.com
Ort Niederschlagssumme
Mananjary
Fianarantsoa
Fort-Dauphin
Farafangana
Antananarivo
Antananarivo / Ivato
188.0 mm
113.0 mm
92.0 mm
73.0 mm
62.0 mm
51.0 mm


Text: MB
23. Januar 2015