Starkschneefall/Starkregen, 17.-18.02.2018, - Mitteleuropa; Wettergefahren - Frühwarnung
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

Freitag, 16. Februar 2018, 17:30 MEZ





Bodendruckprognose, 17.02., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
850 hPa-Geopot.& Tmp, 17.02., 12 UTC
Quelle: Wetter3
ICON-Gesamtnds. bis 18.02., 06 UTC
Quelle: Wetterzentrale
GFS-Gesamtnds. bis 18.02., 06 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkschneefall/Starkregen - Warnung
Mitteleuropa

Ausgegeben am: Freitag, 16.02.2018, 17:30 MEZ

Starkschneefälle bis in tiefe Lagen Süddeutschlands, Starkregen bis in hohe Lagen im Alpenraum - 17.-18.02.2018

Von Frankreich über Süddeutschland und den Alpenraum bis zum Balkan ist in den nächsten beiden Tagen mit markanten Wettererscheinungen zu rechnen. Besonders spannend gestaltet sich die Wetterlage am Nordrand des aufziehenden umfangreichen Niederschlagsgebiets (etwa Pfalz, nördliches Baden-Württemberg, Mittelfranken), wo morgen ergiebige Schneefälle bis in tiefe Lagen auftreten können.

In die westliche Höhenströmung ist ein Kurzwellentrog eingebettet, welcher bis Sonntag über West- und Mitteleuropa hinwegzieht. Trogvorderseitig bildet sich im Bodendruckfeld am langgezogenen Frontenzug des Tiefs "Renate" das Wellentief "Sabine". Die dominanten Prozesse sind die differentielle positive Vorticity- und Warmluftadvektion, welche den Hebungsantrieb für die entstehenden Niederschläge bereitstellen. Südlich des Tiefkerns steigen die Temperaturen vorübergehend auf +5 °C an, was in diesen Gebieten mit einer Schneefallgrenze deutlich über 1000 m Höhe einhergeht.

Nördlich des Tiefs liegen die Temperaturen in 850 hPa meist bei -2 bis -6 °C, wobei die -5 °C-Isotherme bis Sonntag 00 UTC wieder bis zum Alpennordrand vorankommt. In den Höhen ab etwa 3 km dominieren kräftige Südwestwinde, nördlich des Tiefkerns sind vor allem in den unteren 1,5 km kräftige Ostwinde aktiv, die mit Durchzug des Tiefs verbreitet auf Nordost drehen. Durch die Kombination der unterschiedlichen Windrichtungen, großen Temperaturunterschieden auf geringer Distanz, Heranführung von kälterer Luft aus Norden sowie folglich intensiven Niederschlägen sinkt die Schneefallgrenze schon im Verlauf des Vormittags an der Nordseite des Niederschlagsgebiets bis in tiefe Lagen ab. Vom Südschwarzwald bis zum Bayerischen Wald fällt bis zum Nachmittag Regen bis in die Hochlagen, südwestlich davon in Frankreich, in den Südalpen und Norditalien bleibt die Schneefallgrenze hoch.

Die höchsten Niederschlagssummen zwischen den Seealpen bogenförmig bis zum westlichen Bayern können 25 bis über 50 mm erreichen. Wie weit die Niederschläge nord- und ostwärts ausgreifen, ist noch mit einigen Unsicherheiten behaftet (siehe GFS und ICON). Davon sind auch Region und Stärke der kräftigsten Schneefälle abhängig. Häufig ist jedoch mit 5 bis 10, lokal auch 15 bis 20 cm nassen Neuschnees zu rechnen.


eingerichtet am: 16. Februar 2018, 17:30 MEZ
FB