Starkniederschlag, 09.-11.12.2017, - Italien, Österreich, Slowenien, Kroatien; Wettergefahren - Frühwarnung
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

Montag, 11. Dezember 2017, 14:30 MEZ





Bodendruckprognose, 12.12., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
500 hPa-Geopot.& SLP, 12.12., 09 UTC
Quelle: Wetterzentrale
Satellitenbild, 11.12., 12 UTC
Quelle: Woksat
36 h-NDS bis 12.12., 18 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkniederschlag / Sturm - Warnung
Nordwestitalien, Nordostitalien, Südösterreich und Teile Sloweniens

Ausgegeben am: Montag, 11.12.2017, 14:30 MEZ

Starkniederschlag mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen von Seealpen bis zu den südöstlichen Alpen (v.a Norditalien und Slowenien). Gefahr von Orkanböen auf den Gipfeln der Ostalpen und des südlichen und östlichen Mitteleuropas - 09.-11.12.2017

Aktuell liegt Deutschland im Warmsektorbereich des Tiefs "Yves", das momentan über Nordfrankreich liegt (siehe Satellitenbild). "Yves" zieht weiter in Richtung Nordosten und liegt heute Nacht mit ihrem Zentrum über Norddeutschland.
Der dazugehörige Trog hat sich im Vergleich zu gestern deutlich ausgeprägt, die Amplitude reicht aktuell von der Nordsee bis nach Marokko. Der Hebungsantrieb vorderseitig des Troges kommt weiterhin zumeist durch positive zunehmende Vorticityadvektion mit der Höhe zustande, auch die positive Schichtdickenadvektion (Warmluftadvektion) nimmt immer weiter zu. Mit einem Kerndruck von unter 965 hPa über Frankreich hat sich bereits ein starker Druckgradient an der Süd-und Westflanke des Tiefs ausgebildet. Durch den starken Druckgradienten (22 hPa auf 500 km) sind aktuell in Nordwestkrankreich auch orkanartige Böen möglich.

Heute gelangt subtropische Warmluft in den östlichen und südöstlichen Bereich Mitteleuropas, jedoch hält sich die Warmluft nur kurz, denn schon morgen kommt kalte Polarluft wieder nach Mitteleuropa. Die Warmluft wird auf dem Weg über das Mittelmeer mit viel Feuchtigkeit angereichert, sodass heute und morgen an den Alpen, die wie eine Barriere wirken, regional mit enormen Regenmengen gerechnet werden muss.

Sturm / Orkan:
In den kommenden Stunden ist vor allem in Nordfrankreich, über der Biskaya und in den Höhenlagen in Westdeutschland mit Sturmböen zu rechnen. Vereinzelt kann auch Orkanstärke (120 km/h) erreicht werden. Die kräftigen Böen beschränken sich weiter im Osten auf die Höhenlagen, wo auf den Gipfeln der Mittelgebirge des südlichen und östlichen Mitteleuropas sowie der Alpen ebenfalls Orkanstärke erreicht wird. Aufgrund der vorherherrschenden Wetterlage gibt es an den Alpen einen Föhnsturm, der dort für sehr milde Temperaturen sorgt.

Niederschlag:
Auf der Südseite der Alpen muss bis Dienstag Abend mit kräftigen Niederschlägen gerechnet werden, dabei können Niederschlagssummen bis zu 200 mm, vor allem in Norditalien und Österreich, zusammen. Es muss mit Überschwemmungen und Murgängen gerechnet werden.

Temperatur:
Aufgrund des Föhns sind heute in Alpennähe Höchstwerte zwischen 17 und 20 °C möglich, regional treten auch in Tschechien und dem nördlichen Balkan Temperaturen über 15 °C auf.


Sonntag, 10. Dezember 2017, 11:45 MEZ





Bodendruckprognose, 11.12., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
500 hPa-Geopot.& SLP, 11.12., 09 UTC
Quelle: Wetterzentrale
Satellitenbild, 10.12., 10 UTC
Quelle: Eumetsat
72 h-NDS bis 13.12., 00 UTC
Quelle: meteociel.fr

Starkniederschlag / Sturm - Warnung
Nordwestitalien, Nordostitalien, Südösterreich und Teile Sloweniens

Ausgegeben am: Sonntag, 10.12.2017, 11:45 MEZ

Starkniederschlag mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen von Seealpen bis zu den südöstlichen Alpen (v.a Norditalien und Slowenien). Gefahr von Orkanböen auf den Gipfeln der Ostalpen und des südlichen und östlichen Mitteleuropas - 09.-11.12.2017

Aktuell (Sonntag) überquert das Frontensystem von Tiefdruckgebiet "Xanthos" Mitteleuropa ostwärts. Es führt deutlich mildere Atlantikluft heran und die Niederschläge gehen bis in die Hochlagen von Schnee in Regen über. Gleichwohl muss in weiten Teilen Deutschlands bis zum Abend mit erheblichen Behinderungen durch Schneeglätte gerechnet werden.

Das nächste Tiefdruckgebiet, das den Namen "Yves" bekommen hat, steht bereits in den Startlöchern. Es lässt sich als massive wellenartige Wolkenstruktur schon auf dem Satellitenbild (siehe oben) südwestlich von Irland ausmachen. Seine Entstehung steht in Zusammenhang mit einem sich verstärkenden Kurzwellentrog, der bis morgen seine Amplitude und Wellenlänge vergrößert und dann von der Nordsee bis nach Marokko reicht. Der Hebungsantrieb kommt heute insbesondere durch positive Vorticityadvektion zustande, dazu gesellt sich ein Antrieb durch immer stärkere Warmluftadvektion. Das Tief wählt insgesamt eine recht südliche Zugbahn mit seinem Zentrum über die Biskaya und Frankreich nach Dänemark. Der Kerndruck liegt morgen über Frankreich unter 970 hPa, dazu bildet sich an der Süd- und Westflanke ein starker Druckgradient aus, der Sturm erwarten lässt.
In breitem Strom gelangt subtropische Warmluft am Montag vor allem ins östliche und südöstliche Mitteleuropa, die aber tags darauf schon wieder durch maritime Polarluft ersetzt wird. Auf ihrem Weg über das Mittelmeer reichert sich die Warmluft mit Feuchtigkeit an, die sich angesichts der großen Strömungsgeschwindigkeit und des als Barriere wirkenden Alpenbogens in gebietsweise enormen Regenmengen während der kommenden 48 bis 60 Stunden manifestiert.

Sturm / Orkan:
Das sich entwickelnde Tief "Yves" sorgt ab der kommenden Nacht im Südwesten Englands, über der Biskaya, im Nordosten Spaniens sowie über der Mitte und dem Süden von Frankreich für Sturm, vereinzelt können auch Sturmböen in Orkanstärke (120 km/h) mit dabei sein. Weiter nach Osten beschränken sich die stärksten Windgeschwindigkeiten auf die Höhenlagen, wo auf den Gipfeln der Mittelgebirge des südlichen und östlichen Mitteleuropas sowie der Alpen Orkanstärke erreicht wird. Auf den Gipfeln der Zentral- und Ostalpen sind bei Föhn auch Geschwindigkeiten jenseits von 150 km/h möglich.

Niederschlag:
Im gesamten Bereich der Südalpen muss bis Dienstag in der Summe mit erheblichen Niederschlagsmengen gerechnet werden, die mehr als 200 mm erreichen können. Besonders betroffen dürften die Seealpen sowie der Bereich im Länderdreieck Italien/Österreich/Slowenien sein, außerdem Nordwestitalien zwischen Genua und Livorno. Dort sind auch Mengen bis 300 mm möglich, sie können Überschwemmungen und Murenabgänge auslösen.

Temperatur:
Mit Föhnunterstützung können die Höchstwerte der Temperatur in Bayern und Österreich bei Werten zwischen 15 und 20°C liegen, ebenso gebietsweise in Tschechien oder dem nördlichen Balkan.


Samstag, 09. Dezember 2017, 11:45 MEZ





Bodendruckprognose, 10.12., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
500 hPa Geopot. und SLP, 10.12., 00 UTC
Quelle: Wetterzentrale
Satellitenbild, 09.12., 08:45 UTC
Quelle: Sat24
36 h-Gesamtniederschlag, bis 10.12., 12 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkniederschlag - Warnung
Norditalien, Österreich und Slowenien

Ausgegeben am: Samstag, 09.12.2017, 11:45 MEZ

Gefahr durch Starkniederschlag mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen zwischen den Seealpen und den südöstlichen Alpen (v.a Norditalien und Slowenien). - 09.-11.12.2017

Das Sturmtief "Walter" zieht in den kommenden Stunden über Skandinavien hinweg und sorgt in Mitteleuropa für stürmische Böen und Sturm. Die dazugehörige Kaltfront erstreckt sich quer über Mitteleuropa bis nach Süditalien. Diese Front zieht im Verlauf des Tages südöstlich weiter in Richtung Osteuropa. Vorderseitig der Trogachse, die sich aktuell über der Schweiz und Norditalien befindet, wirken starke Hebungsvorgänge, sowohl mit der Höhe zunehmende Vorticityadvektion als auch positive Schichtdickenadvektion (Warmluftadvektion). In 850 hPa (1,5 km Höhe) erreichen die Temperaturen über Slowenien zum Beispiel bis zu +2 °C.
Die starken Hebungsantriebe sorgen in den nächsten Tagen in Norditalien, Slowenien und Kroatien für starke Niederschläge. Vor allem in Staulagen können bis Montagabend bis zu 200 mm Niederschlag fallen, örtlich auch bis zu 250 mm. In welchen Regionen der stärkste Niederschlag fallen wird, ist noch mit Unsicherheiten behaftet. Aufgrund des Starkniederschlags besteht die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutsch kommen.


eingerichtet am: 09. Dezember 2017, 11:45 MEZ
CL