Wettergefahren-Frühwarnung | Tropischer Wirbelsturm - Karibik, Bahamas, USA - 01.-06.09.2008
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Montag, 8. September 2008, 17:45 MESZ


Tropischer Wirbelsturm 08L
Hurrikan "Hanna"

Karibik, Bahamas, US-Ostküste
01.-06.09.2008


Satellitenbild: 28.08.2008, 15:45 UTC, GOES-12 VIS/IR
Quelle: NOAA / OSEI


Auf östlicherem Kurs und deutlich schwächer als kurz zuvor Hurrikan "Gustav" zog Hurrikan "Hanna" Anfang September über Teile der Karibik, die Bahamas und die US-Ostküste hinweg. Dennoch sorgte der Sturm besonders in Haiti verbreitet für Überschwemmungen und kostete dort mehr als 500 Menschen das Leben.


Wetterlage und Entwicklung

Wenige Tage erst waren seit Hurrikan "Gustav" vergangen (siehe Artikel), da suchte mit "Hanna" der nächste tropische Wirbelsturm Teile der Karibik und der USA heim. "Hanna" entstand am 28. August 2008 bei etwa 20 nördlicher Breite und 58 westlicher Länge über dem Westatlantik. Zunächst nur als tropischer Sturm zog sie bis zum 01.09. über die südlichen Bahamas hinweg, intensivierte sich dann jedoch vorübergehend zu einem Hurrikan der Kategorie eins. Mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 70 kt (130 km/h) bewegte sich "Hanna" am 1. und 2. wenige hundert Kilometer nördlich von Hispañola kaum von der Stelle, verlor aber wieder an Kraft. Auf einen tropischen Sturm zurückgestuft verlagerte sich "Hanna" weiter nordwestwärts Richtung US-Ostküste, wo sie am 6. an der Grenze zwischen den Bundesstaaten North und South Carolina an Land ging. Nach einer Reise entlang der Ostküste wurde "Hanna" am 7. südlich von Maine in die Westwindzone integriert und machte sich als außertropischer Sturm wieder auf den Weg nach Osten.

Leider liegen aus der Karibik und von den Bahamas nur sehr wenige Daten über Windgeschwindigkeiten und Regenmengen vor. Immerhin können die 104 mm in Santiago de Cuba, gemessen innerhalb von 24 Stunden bis zum 02.09., 12 UTC, einen kleinen Einblick in die Größenordnung der Summen geben.
Auch an der US-Ostküste regnete es im Umfeld des Sturms ergiebig. West Palm Beach im Südosten Floridas verzeichnete mit 58 mm/24 h bis zum 05., 12 UTC fast schon einen geringen Wert - im Vergleich zu den 90 mm, die einen Tag später in Charleston in South Carolina niedergingen oder gar zu den 116 mm, die im gleichen Zeitraum in Raleigh in North Carolina fielen. Am 6. und 7. regnete es besonders in den Neuenglandstaaten ergiebig. Portland in Maine meldete 140 mm binnen eines Tages, mit 127 mm nicht viel weniger Niederschlag wurde in Concord (New Hampshire) registriert.

Der Sturm löste vor allem in Haiti eine Katastrophe aus. Die Schäden von Hurrikan "Gustav" im Süden des Landes konnten noch nicht beseitigt werden, da sorgte "Hanna" im Norden für großflächige Überschwemmungen. Mindestens 500 Menschen kamen ums Leben, die tatsächliche Zahl der Todesopfer dürfte aber noch höher liegen. Sauberes Trinkwasser und Lebensmittel waren knapp oder nicht mehr verfügbar. Umgestürzte Bäume versperrten Hilfsorganisationen wichtige Verbindungsstraßen, sodass erste Hilfsgüter per Schiff oder Flugzeug transportiert werden mussten.

Text: CE


Zugbahn/Satellitenbilder

Zugbahn "Hanna"
Quelle: TSR

01.09., 15:50 UTC, TERRA VIS
Quelle: NASA Earth Laboratory
02.09., 15:15 UTC, GOES-12 VIS/IR
Quelle: NOAA / OSEI
03.09., 15:45 UTC, GOES-12 VIS/IR
Quelle: NOAA / OSEI
04.09., 14:45 UTC, GOES-12 VIS/IR
Quelle: NOAA / OSEI
05.09., 18:40 UTC, AQUA VIS
Quelle: NASA Earth Laboratory
06.09., 12:15 UTC, GOES-12 VIS/IR
Quelle: NOAA / OSEI



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