Wettergefahren-Frühwarnung | heftige Gewitter - Osteuropa - 18.-20.06.2016
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Montag, 27. Juni 2016, 14:00 MESZ


Heftige Gewitter
Osteuropa

18. - 20.06.2016




72 h-Blitzkarte Europa, 18.06.2016
Quelle: Lightningmaps

Ende Juni 2016 ereigneten sich auch in Osteuropa einige heftige Wetterereignisse. Riesiger Hagel bis zu 15 cm Größe in Rumänien und rund 8 cm in weiteren Ländern wie Moldawien und Ukraine sowie mindestens zwei Tornados sorgten für massive Schäden.



500 hPa-Geopot. und SLP, 850 hPa-pseudopot. Temp. und SLP, Cape und Lifted Index, | Quelle: Wetter3
18.06.2016, 18 UTC 19.06.2016, 18 UTC 20.06.2016, 18 UTC 21.06.2016, 18 UTC

Wetterlage und Entwicklung

Radiosondenaufstieg Bukarest, 20.06.2016, 12 UTC
© Univ. of Wyoming
Von Tunesien über das Mittelmeer erreichte sehr heiße (20 bis 25 °C in 850 hPa) und schwüle Luft um den 17. Juni die Balkanregion. Weiter westlich, knapp vorderseitig des Trogs über dem westlichen Mitteleuropa, entwickelten sich am 16. und 17. Juni bereits heftige Gewitter im Südosten Deutschlands und in Polen, im Alpenraum stellte sich eine Dauerregenlage ein. Weitere Informationen zu Entstehung und Ablauf dieser Wetterlage mit den Auswirkungen von Tief "Karin" in Mitteleuropa finden Sie hier.
Während die heiße und energiereiche Luft in Deutschland und Polen schnell verdrängt wurde, manifestierte sich eine Schwergewitterlage in Osteuropa (vor allem Serbien, Rumänien, Ukraine) vom 18. bis 20. Juni vorderseitig des nur langsam ostwärts vorankommenden Frontensystems von "Karin". Besonders waren die hohen Temperaturen um 35 °C, zum Teil über 40 °C in Griechenland und der Türkei. Die verantwortlichen Luftmassen hatten ihren Ursprung in der Sahara, zudem wurden diese bodennah mit Feuchtigkeit vom Mittelmeer angereichert. Hohe CAPE-Werte und Taupunkte reichten von Serbien bis nach Weißrussland. Am 18. und 20. Juni lag zudem ein Jetstreak in der Region, daher herrschte starke Windscherung in Betrag und Richtung (für die Entstehung von Superzellen am wichtigsten) in den unteren Kilometern der Troposphäre.

Satellitenbilder (RGB Airmass) und (ir) | Quelle: Eumetsat, sat24.com
18.06.2016, 21 UTC 19.06.2016, 21 UTC 20.06.2016, 21 UTC 21.06.2016, 21 UTC

Schon am 18. Juni entstanden riesige Gewitterkomplexe z.B. in Rumänien und in der Ukraine. In der rumänischen Region Iasi gingen schon am Nachmittag, später auch in der Region Olt bis zu 9 cm große Hagelbrocken nieder, die ein Gewicht von 400 g erreichten und Häuser und Autos schwer beschädigten. Am 19. Juni ging die Hauptgefahr von heftigen Sturmböen und Überflutungen aus. Am Abend des 20. Juni bildete sich in Pancevo (Serbien) ein Tornado, der zudem von Starkregen und Hagel bis 8 cm begleitet wurde. Dabei nahmen Dächer und Bäume schwere Schäden. In Jabuka wurde der Hagel sogar 10,5 cm groß. Gegen 20 Uhr wurde die Region Timisoara (Rumänien) von riesigem Hagel getroffen. In Sânandrei wurde 13 bis 15 cm großer Hagel dokumentiert, welcher zu den größten je dokumentierten Hagelschlossen in Europa zählt. In Kam'yanka in der Ukraine entstand wenige Stunden später ein F2-Tornado, welcher Häuser schwer beschädigte.

24 h-Blitze bis zum jeweiligen Zeitpunkt | Quelle: lightningmaps.org
19.06.2016, 06 UTC 20.06.2016, 06 UTC 21.06.2016, 06 UTC 22.06.2016, 06 UTC



Text: FB
27. Juni 2016