Sturm "Fabienne" zieht über Mitteleuropa hinweg, 23.-24.09.2018, Frankreich, Beneluxländer,Deutschland; Wettergefahren - Frühwarnung
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

Sonntag, 23. September 2018, 10:15 MESZ





Spitzenböen ICON-Modell, 23.09, 17 UTC
Quelle: Wetterzentrale
500 hPa Geopot., 23.09., 17 UTC
Quelle: Wetterzentrale
Satellitenbild im Wasserdampfkanal, 23.09., 06 UTC
Quelle: Wokingham Weather
Satellitenbild, 23.09., 07:45 UTC
Quelle: Sat24

Tief "Fabienne" - Warnung
23.-24.09.18

Ausgegeben am: Sonntag, 23.09.2018, 10:15 MESZ

Gefahr von Sturm- bzw. Orkanböen in weiten Teilen Mitteleuropas, vor allem in Frankreich, Beneluxländer und dem Süden und Südwesten Deutschlands. Das Randtief "Fabienne" zieht im weiteren Tagesverlauf von England über Belgien und erreicht am Nachmittag den Westen und Wüsdwesten Deutschlands. Am frühen Abend zieht "Fabienne" weiter Richtung Nordosten über Osteuropa. - 23.-24.09.2018

"Fabienne" intensiviert sich ab den Morgenstunden zunächst langsam, was sich ab den Nachmittagsstunden jedoch ändert. Der Kerndruck beginnt schneller zu fallen und auch die Verlagerungsgeschwindigkeit nimmt zu. Grund hierfür ist die günste Lage zwischen zwei Jetstreamästen, deren Stärke durch den Temperaturunterschied von Nord un Süd bildet begünstigt wird. In diesem Bereich (rechter Jeteingang, linker Jetausgang) finden sich hohe Werte von Divergenz und positiver Vorticity Advektion, welche den Druckfall im Kern beschleunigen. Auf den Satelliten Bildern im Wasserdampfkanal ist außerdem ein Bereich (schwarzer Bereich) sehr trockener Luft zu erkennen. Diese trockene Luft kann den Druckfall ebenfalls begünstigen und die Zyklogenese beschleunigen, wenn "Fabienne" in den Einflussbreich geraten sollte. Die stärkste Isobarendrängung ist südwestlich des Kerns zu erwarten. Dort werden dann ebenfalls die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen. Am Boden sind bis zu 60km/h möglich (Böen weisen eine deutlich höhere Windgeschwindigkeit auf), in 850hPa und 500hPa sind die Windgeschwindigkeiten deutlich höher. Da es zu schauerartigen Niederschlägen kommen kann, können diese Höhenwinde mit den Niederschlägen bis zum Boden herunter gewaschen werden. In Schauernähe und auch auf exponierten Lagen ist mit starken orkanartigen Böen über 120km/h zu rechnen.

Bemerkenswert ist außerdem die kräftige Warmluftadvektion südlich des Tiefs innerhalb des Warmluftsektors. Dort wird eine subtropische Luftmasse nach Mitteleuropa geführt. In Süddeutschland steigt die Temperatur in 850hPa auf um die 14°C an, wohingegen der Norden Deutschlands nur Temperatur um die 2°C aufweist. Auch der Feuchtegehalt der Luft erhöht sich dadurch. Aufgrund dieser warmen und feuchten Luftmasse sind mit Durchzug der Kaltfront extreme Niederschlagsmengen möglich. Davon sind vor allem der Süden und Südwesten betroffen, sowie die mittleren Landesteile. Die Niederschlägen setzten ab den frühen Abendstunden ein. Trotz der raschen Verlagerung "Fabiennes" können innerhalb von 12 Stunden Niederschlagsmengen bis zu 50mm zusammenkommen, örtlich auch mehr.

Mit dem Durchschwenken des Troges, auf dessen Vorderseite sich "Fabienne" bewegt, frischt der Wind auch in der ersten Tageshälft am Sonntag deutlich auf. Dort muss vor allem im Südwesten schon mit stürmischen Böen gerechnet werden. In der zweiten Tageshälfte können dann orkanartige Böen vor allem auf exponierten Lagen auftreten. Mit Durchzug der Kaltfron sinkt bis zum Abend bzw. der Nacht auch im Süden die Temperatur in 850hPa Höhe auf um die 2°C ab. Im Bereich der Front bildet sich ein Niederschlagsband bzw. Gewitterlinie (Squall Line), die wie bereits erwähnt auch schauertige bis gewittrige Niederschläge ausbilden kann. In der Nacht zum Montag erreicht die Entwicklung "Fabiennes" ihren Höhenpunkt. Dabei befindet sich das Tief allerdings schon über Osteuropa. Rückseitig der Kaltfront labilisiert sich die Luft und es ist erneut mit Schauern oder Gewittern zu rechnen. In der Nordosthälfte sind auch jetzt noch stürmischen Böen möglich.

Durch die Sturmwetterlage besteht die Gefahr von herabstürzenden Ästen und entwurzelten Bäumen. Gerade die noch größtenteils belaubten Bäume bieten dem Wind eine noch deutlich größere Angriffsfläche als gegen Jahresende. Vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern sind Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr und auf den Straßen nicht ausgeschlossen.


Samstag, 22. September 2018, 12:45 MESZ





Spitzenböen ICON-Modell, 23.09, 18 UTC
Quelle: Wetterzentrale
500 hPa Geopot., 23.09., 18 UTC
Quelle: Wetterzentrale
Bodendruckvorhersage, 23.09., 12 UTC
Quelle: FU Berlin
Satellitenbild, 22.09., 08:45 UTC
Quelle: Sat24

Tief "Fabienne" - Warnung
23.-24.09.18

Ausgegeben am: Samstag, 22.09.2018, 12:45 MESZ

Gefahr von Sturm- bzw. Orkanböen in weiten Teilen Mitteleuropas, vor allem in Frankreich, Beneluxländer und Deutschland. - 23.-24.09.2018

Das Randtief "Fabienne" zieht unter Verstärkung am Sonntagvormittag von England nach Belgien und erreicht am Nachmittag den Westen Deutschlands. Am Abend erreicht es den Mittelgebirgsraum und sieht dann weiter in Richtung Osten. Bemerkbar macht sich das Tief durch die kräftige Warmluftadvektion im Warmluftsektor mit der subtropischen Luftmassen nach Mitteleuropa geführt werden. Die 850 hPa Temperatur steigt in Süddeutschland auf über 15°C an und der Feuchtegehalt erhöht sich ebenfalls. Mit der kräftigen Warmluftadvektion setzt schon in der kommenden Nacht, mit dem Durchzug der Warmfront, Niederschläge ein, die sich vor allem auf den Westen und die mittleren Landesteile konzentrieren. Dabei können innerhalb 12 Stunden bis zu 50 mm Niederschlag zusammenkommen, örtlich auch mehr.

Mit dem Durchgang des Tiefs frischt der Wind auch in der ersten Tageshälfte am Sonntag deutlich auf. Dort muss vor allem in Südwestdeutschland mit stürmischen Böen gerechnet werden, vor allem in anfälligen Gebirgslagen. In exponierten Lagen, wie zum Beispiel auf dem Feldberg, sind auch Orkanböen über 120 km/h möglich. In der zweiten Tageshälfte bis in die Nacht zum Montag erreicht die Entwicklung ihren Höhenpunkt. Dann überquert die zugehörige Kaltfront des Tiefs "Fabienne" die Mitte und den Süden Deutschlands. Diese sieht rasch von West nach Ost. Mit der Kaltfrontpassage nimmt auch die Labilität zu, sodass in diesem Bereich mit kräftigen Gewittern gerechnet werden muss. Auch sind in diesem Bereich schwere Sturmböen wahrscheinlich, vereinzelt sind auch Orkanböen bis ins Flachland möglich. Auf den Höhenlagen besteht weiterhin die Gefahr vor Orkanböen. In der zweiten Tageshälfte beruhigt sich die Wetterlage in Mitteleuropa, da sich das Tiefdruckgebiet schnell weiter in Richtung Osten verlagert.

Durch die Sturmwetterlage besteht die Gefahr von herabstürzenden Ästen und entwurzelten Bäumen. Gerade die noch größtenteils belaubten Bäume bieten dem Wind eine noch deutlich größere Angriffsfläche als gegen Jahresende. Vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern sind Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr und auf den Straßen nicht ausgeschlossen.


Freitag, 21. September 2018, 13:45 MESZ





Spitzenböen, 23.09, 21 UTC
Quelle: Meteociel
500 hPa Geopot., 23.09., 21 UTC
Quelle: Wetter3
Bodendruckvorhersage, 23.09., 00 UTC
Quelle: DWD
Satellitenbild, 21.09., 09 UTC
Quelle: Dundee

Tief "Fabienne" - Warnung
23.-24.09.18

Ausgegeben am: Freitag, 21.09.2018, 13:45 MESZ

Gefahr von Sturm- bzw. Orkanböen in weiten Teilen Mitteleuropas, vor allem in Frankreich, Beneluxländer und Deutschland. - 23.-24.09.2018

Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang am Sonntag zieht der erste Herbststurm der Saison über Mitteleuropa hinweg. Nachdem bereits heute im Bereich der Kaltfront aus Nordwesten Sturmböen auftraten und die Sommerhitze erstmal in Mitteleuropa ausgeräumt wurde, zieht ein kleinräumiges Tief namens "Fabienne" vom Atlantik nach Mitteleuropa heran und überquert Deutschland am Sonntagnachmittag und Abend von West nach Ost.
Die genaue Zugbahn und der genaue zeitliche Ablauf sind nach den neusten Modellen noch unsicher. Jedoch lässt sich eine grobe Tendenz ablesen, sodass sich das Hauptsturmfeld auf die Mitte und den Süden Deutschlands konzentriert. Vor allem im Bergland sind dabei schwere Sturmböen über 110 km/h möglich, stellenweise können auch Orkanböen über 120 km/h auftreten. Aber auch im Flachland sind Sturmböen mit bis zu 100 km/h möglich. Durch die Sturmwetterlage besteht die Gefahr von herabstürzenden Ästen und entwurzelten Bäumen. Gerade die noch größtenteils belaubten Bäume bieten dem Wind eine noch deutlich größere Angriffsfläche als gegen Jahresende.

In Norddeutschland tritt ergiebiger Regen mit verbreitet 35 bis 60 mm auf. Regional können auch größere Niederschlagsmengen auftreten. Dabei kann es zu kleineren Überschwemmungen von Flüssen und Bächen kommen.


eingerichtet am: 21. September 2018, 12:45 MESZ
MG