Starkniederschlag, 28.11-03.12.2017, - westlicher Balkan, Griechenland; Wettergefahren - Frühwarnung
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

Freitag, 01. Dezember 2017, 11:00 MEZ





Satellitenbild, 01.12., 08:00 UTC
Quelle: Sat24
Bodendruck mit Fronten, 01.12., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
500 hPa Geopot. und SLP, 01.12., 18 UTC
Quelle: Wetter3
48-h Niederschlag, 03.12., 00 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkniederschlag - Warnung
westlicher Balkan (v.a. Albanien,Montenegro) und Griechenland

Ausgegeben am: Freitag, 01.12.2017, 11:00 MEZ

Gefahr durch Starkniederschlag mit Überflutungen im westlichen Balkangebiet (v.a Albanien, Montenegro) und Griechenland. - 28.11.-03.12.2017

In Montenegro sind innerhalb den letzten vergangenen 24 Stunden zwischen 50 und fast 90 mm Niederschlag gefallen (siehe Tabelle). Aktuell regnet es weiterhin in Griechenland und Montenegro weiter, sodass dort im Verlauf der kommenden Stunden mit ergiebigen Niederschlagsmengen gerechnet werden muss.
Ausgewählte 24 h-Regenmengen in Montenegro 30.11.-01.12.17 06 UTC
Datenquelle: IHMS
Ort RR
Ulcinj
Bar
Herceg Novi
Podgorica
Nikšic
Kolašin
Žabljak
Pljevlja
Šavnik
Plav
Andrijevica
Berane
Rožaje
52,0 mm
43,0 mm
22,0 mm
41,0 mm
75,0 mm
69,0 mm
86,8 mm
58,0 mm
35,2 mm
46,0 mm
33,4 mm
31,4 mm
37,5 mm


Wie in der 500 hPa Karte gut zu erkennen ist, liegt weiterhin in der Höhe ein Trog über dem westlichen Mittelmeerraum, dessen Amplitude bis nach Nordafrika reicht. Die Frontalzone befindet sich weit im Süden über Italien bis zum Balkan. Das Frontensystem ist im Vergleich zu gestern weiter nach Südosten gezogen und liegt heute Mittag über Griechenland. Im Bereich der Front muss auch heute mit heftigen Regenfällen gerechnet werden, dabei können in den kommenden 24 Stunden nochmal bis zu 90 mm an Niederschlag zusammenkommen. Vor allem im Nordwesten von Griechenland und im Süden von Albanien muss mit starken Regenfällen gerechnet werden.

Der nahezu stationäre Höhentrog und der tiefe Luftdruck mit Bodentief bleibt auch in den nächsten Tagen bestehen, sodass bis Sonntag von Bosnien-Herzegowina bis nach Griechenland vielerorts über 100 mm Regen fallen werden. In Bereich der Gebirge (Staueffekt) in Griechenland und Montenegro können es auch örtlich über 200 mm fallen. Aufgrund der bisherigen gefallenen Regenmengen und den noch in den nächsten Tagen fallenden Niederschlagsmengen besteht die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen, besonders in Griechenland.


Donnerstag, 30. November 2017, 10:40 MEZ





Satellitenbild, 30.11., 09:00 UTC
Quelle: Sat24
Bodendruck mit Fronten, 30.11., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
500 hPa Geopot. und SLP, 30.11., 18 UTC
Quelle: Wetter3
96-h Niederschlag, 04.12., 00 UTC
Quelle: Wettergefahren-Frühwarnung

Starkniederschlag - Warnung
westlicher Balkan (v.a. Albanien,Montenegro) und Griechenland

Ausgegeben am: Donnerstag, 30.11.2017, 10:40 MEZ

Gefahr durch Starkniederschlag mit Überflutungen im westlichen Balkangebiet (v.a Albanien, Montenegro) und Griechenland. - 28.11.-03.12.2017

In den vergangenen 24 Stunden sind im Nordwesten von Kroatien und im Süden Sloweniens zwischen 50 mm und 80 mm an Niederschlag gefallen. In Ogulin (Kroatien) summierten sich die Regenmengen gar auf 88,5 mm, in Senj (Kroatien) waren es 87,1 mm. Seit gestern Abend regnet es auch weiter südlich entlang der Küste der Balkanhalbinsel kräftig. So fielen in Podgorica (Montenegro) 75,0 mm an Niederschlag in den vergangenen 12 Stunden.

In der Höhe befindet sich ein ausgeprägter Trog über dem westlichen Mittelmeerraum, dessen Amplitude mittlerweile bis in den Norden Afrikas reicht. Mit dem Vorstoß von Luftmassen arktischem Ursprungs bis in die Mitte Spaniens, befindet sich die Frontalzone sehr weit im Süden und reicht von Marokko über den Süden Italiens bis zum Balkan. Im Bodendruckfeld herrscht tiefer Luftdruck über weiten Teilen von Mittel-, Süd- und Südosteuropa vor. Das gestern über dem zentralen Mittelmeerraum und dem nördlichen Teil der Balkanhalbinsel wetterbestimmente Bodentief zieht heute weiter nach Nordosten bis in den Norden von Polen. Gleichzeitig kommt die zugehörige Kaltfront weiter nach Südosten voran. Am morgigen Freitag entsteht über dem Ionischen Meer zwischen Italien und Griechenland ein neues Bodentief, welches sich in der Folge nach Nordosten in Richtung Griechenland verlagert.

Im Bereich der Kaltfront muss heute in Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien mit heftigen Regenfällen gerechnet werden. Verbreitet können 30 - 50 mm fallen, gebietsweise sind auch 60 - 80 mm möglich. In der Nacht zum Freitag verlagern sich die Regenfälle mit der Kaltfront allmählich weiter nach Südosten. Dann tritt auch im Nordwesten von Griechenland heftiger Regen auf. Verbunden mit dem über dem Ionischen Meer entstehenden Bodentief halten die Regenfälle auch am morgigen Freitag und in der Nacht zu Samstag an. Nach kurzer Wetterberuhigung kommt es voraussichtlich am Sonntag erneut zu Starkniederschlägen von Kroatien bis nach Albanien.

Bis zum Sonntag Abend summieren sich die Regenmengen von Bosnien-Herzegowina bis nach Griechenland verbreitet auf über 100 mm. In Albanien, Montenegro und dem Nordwesten Griechenlands sind es gebietsweise über 200 mm, örtlich auch über 300 mm. Aufgrund der großen Regenmengen kann es zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen. Gerade im Nordwesten Griechenlands ist aufgrund der nassen Vorwitterung die Gefahr von Überschwemmungen erhöht.


Mittwoch, 29. November 2017, 10:10 MEZ





Satellitenbild, 29.11., 08:30 UTC
Quelle: Sat24
500 hPa Geopot. und SLP, 29.11., 18 UTC
Quelle: Wetter3
500 hPa Vertikalbewegung, 29.11., 18 UTC
Quelle: Wetter3
30-h Niederschlag, 30.11., 06 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkniederschlag - Warnung
westlicher Balkan (v.a. Albanien,Montenegro) und Griechenland

Ausgegeben am: Mittwoch, 29.11.2017, 11:10 MEZ

Gefahr durch Starkniederschlag mit Überflutungen im westlichen Balkangebiet (v.a Albanien, Montenegro) und Griechenland. - 28.11.-03.12.2017

Über Westeuropa befindet sich derzeit ein kräftiger Höhentrog. Westlich der Trogachse gelangen Luftmassen arktischem Ursprungs über Großbritannien bis weit in den westlichen Mittelmeerraum. In der Höhe verläuft der Jetstream von Island bis nach Portugal und dreht über dem Mittelmeer auf westliche Richtungen. Von Spanien über den Süden Frankreich bis nach Kroatien liegen die Windgeschwindigkeiten in 300 hPa bei ca. 100 kn (185 km/h). Der zentrale Mittelmeerraum und der nördliche Teil des Balkans befinden sich heute im Ausströmbereich des Jetstreams. Dadurch entsteht über Sardinien und Mittelitalien heute in Bodentief, welches sich in der Nacht zum Donnerstag weiter nach Nordosten verlagert.

Mit der Entstehung des Bodentiefs stellt sich östlich davon bodennah eine kräftige südwestliche Strömung ein. Dadurch gelangen warme Luftmassen von Nordafrika über das Mittelmeer nach Nordosten. Die Advektion der warmen Luft führt zu Hebung über der Mitte Italiens, sowie im Westen von Kroatien und dem Südwesten Sloweniens. Gleichzeitig schwenkt der Höhentrog über Westeuropa im Tagesverlauf weiter nach Osten in den zentralen Mittelmeerraum. Vorderseitig auftretende positive Vorticityadvektion führt im Tagesverlauf zur Intensiverung der Hebungsvorgänge in den genannten Regionen. Dadurch können bis Morgen früh in der Mitte Italiens, in Slowenien und Kroatien verbreitet zwischen 40 und 60 mm zusammenkommen. Im Nordwesten von Kroatien muss gebietsweise mit 60 bis 100 mm an Niederschlag gerechnet werden. Am späten Abend und in der Nacht zum Donnerstag verlagert sich die Kaltfront des Tiefs über Italien nach Südosten. Dadurch kommen die Regengebiet weiter nach Südosten voran. Von heute Abend bis Morgen früh sind dann in Bosnien-Herzegowina, Montenegro und im Norden von Albanien bereits verbreitet 30 mm bis 60 mm zu erwarten, in Montenegro sind gebietsweise auch größere Mengen an Niederschlag in kurzer Zeit möglich.

Aufgrund des heftigen Regens sind vor allem im Nordwesten von Kroatien und in Montenegro bis Morgen Mittag Überschwemmungen und Erdrutsche möglich. Am Donnerstag und Freitag ist dann lang anhaltender, konvektiver verstärker Regen, von Montenegro über Albanien bis nach Griechenland zu erwarten. Die Regenmengen in den genannten Ländern summieren sich verbreitet auf über 150 mm, gebietsweise können auch 200 mm bis 300 mm fallen.


Dienstag, 28. November 2017, 13:15 MEZ





Bodendruck und Fronten, 29.11., 12 UTC
Quelle: Met FU Berlin
500 hPa Geopot. und SLP, 29.11., 12 UTC
Quelle: Wetter 3
Schichtdickenadvektion, 30.11., 00 UTC
Quelle: Wetter 3
144h-Gesamtniederschlag, 04.11., 00 UTC
Quelle: Wettergefahren-Frühwarnung

Starkniederschlag - Warnung
westlicher Balkan (v.a. Albanien,Montenegro) und Griechenland

Ausgegeben am: Dienstag, 28.11.2017, 13:15 MEZ

Gefahr durch Starkniederschlag mit Überflutungen im westlichen Balkangebiet (v.a Albanien, Montenegro) und Griechenland. - 28.11.-03.12.2017

Die planetarische Frontalzone mäandert aktuelle in großen Wellen über dem Nordatlantik und Europa. Ein Höhentrog erstreckt sich heute bis nach Spanien und breitet sich in den kommenden Tagen noch weiter nach Süden, bis nach Algerien und Tunesien, aus. In der Folge wird höhenkalte Luft weit in den Mittelmeerraum geführt und über dem noch recht warmen Mittelmeer können sich verbreitet Schauer bilden. Vorderseitig des Troges (Ostflanke) entsteht ein großräumiges Hebungsgebiet vor allem durch Warmluftadvektion (positive Schichtdickenadvektion) mit Werten bis zu 1,5 K/h (siehe Abb. oben). Es formiert sich am Boden ein Tiefdruckgebiet, das morgen über Ostitalien und über dem Mittelmeerraum liegt. An der Druckkonstellation ändert sich morgen recht wenig, sodass, durch das entstandene Tiefdruckgebiet, warme und sehr feuchte Luft aus Südwesten über das Mittelmeer hinweg Richtung Balkan und Griechenland strömen kann.

Angesichts des beständigen Feuchtigkeitsnachschubs aus Südwesten und die auch in den nächsten Tagen andauernden, kräftigen Hebungsantriebe, sind gebietsweise große Niederschlagsmengen in Nordalbanien und im Süden von Montenegro, sowie Nordwestgriechenland zu erwarten. Einen Staueffekt gibt es an den Gebirgen im westlichen Balkan und in Griechenland, sodass dort gebietsweise in den kommenden fünf Tagen Niederschlagsmengen bis zu 450 mm fallen können. Das ist über 50 % der gesamten Niederschlagsmenge, die in einem Jahr in Karlsruhe (Deutschland, BW) durchschnittlich fällt.

Bis Sonntag muss insbesondere in Montenegro, Albanien und in Griechenland mit gebietsweise ergiebigen Niederschläge gerechnet werden. Dabei kann es zu Überschwemmungen und zu Erdrutschen, vor allem in Gebieten mit großer Reliefenergie, kommen.


eingerichtet am: 28. November 2017, 13:15 MEZ
CL