Heftige Gewitter, 22.-23.01.2017, USA; Wettergefahren - Frühwarnung
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

Sonntag, 22. Januar 2017, 18:30 MESZ





500hPa-Geopot. & SLP, 23.01., 00 UTC
Quelle: Wetter3
850hPa-aequipot. Temp. & SLP, 23.01., 00 UTC
Quelle: Wetter3
Warnkarte USA, 22.01., 16:30 UTC
Quelle: NOAA
Spezial-Warnkarte, 22.01.
Quelle: NOAA

Heftige Gewitter - Warnung
Südöstliche Landesteile der USA

Ausgegeben am: Sonntag, 22.01.2017, 18:30 MESZ

Gefahr von heftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel, Orkanböen und Tornados in den südöstlichen Landesteilen der USA, 22.-23.01.2017

In den südöstlichen Landesteilen der USA stellt sich heute und in der kommenden Nacht eine gefährliche Schwergewitterlage mit außerordentlich großem Schadenspotential ein. Betroffen sind vor allem Alabama, Georgia und Florida. Im Süden Georgias und im Norden Floridas besteht eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass in einem Umkreis von 40 Kilometern ein starker Tornado der Stärke EF2-EF5, Orkanböen ab 120 km/h und Hagel mit mehr als 5 cm Durchmesser auftreten.

Alle Zutaten für schwere Gewitter sind gegeben: Ein Kurzwellentrog, der einen Cut-Off-Prozess vollzieht, verlagert sich heute und morgen von Texas über Mississippi nach Virginia. Das dazugehörige vorgelagerte Bodentief vertieft sich auf dem Weg nach Nordosten auf unter 990 hPa und sorgt für deutlich auffrischende Bodenwinde aus unterschiedlichen Richtungen. Es schaufelt an seiner Vorderseite sehr feuchte und warme Luft (Theta-E bis 60 °C, 10 bis über 15 °C in 850 hPa) über den Golf von Mexiko nach Nordosten. Die Taupunkttemperaturen steigen in Florida auf 20 °C. Diese feuchtwarme Luftmasse wird mit Annäherung des Höhentiefs von -20 °C kalter und trockener Luft in 5,5 Kilometern Höhe überlagert, wodurch sich die Schichtung zunehmend labilisiert. Die CAPE erreicht Werte bis 2000 J/kg und der Lifted Index Werte bis -12. Zudem sorgt ein ausgeprägter Jet (bis 120 kt in 300 hPa) vorderseitig des Höhentiefs für die notwendige kräftige Windscherung für die Ausbildung starker Superzellen.

In Anbetracht der vorliegenden Parameter und der Prognose der NOAA muss vor allem in den mit der höchsten Stufe 5 bewarnten Gebiete mit mehreren Tornados gerechnet werden. Die stärksten davon können langlebig und zerstörerisch ausfallen. In von Tornados verschonten Gebieten können auch linienförmige Sturm- bis Orkanereignisse (Squall Lines/Bow Echos) und großer Hagel enormen Schaden anrichten.


eingerichtet am: 22. Januar 2016, 18:30 MESZ
FB