Starkregen, Starkschneefall, Sturm, 19.-21.11.2015, Mitteleuropa; Wettergefahren - Frühwarnung
Wettergefahren-Frühwarnung - Übersicht

Freitag, 20. November 2015, 12:00 MEZ





Satellietnbild, 20.11., 09 UTC
Quelle: EUMETSAT
Bodendruckprognose, 21.11., 12 UTC
Quelle: FU Berlin / DWD
500-hPa-Temp./-Geopot., 21.11., 12 UTC
Quelle: Wetterzentrale
WRF-RR-Summe bis 25.11., 00 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkregen / Starkschneefall / Sturm - Warnung
Mitteleuropa

Ausgegeben am: Freitag, 20.11.2015, 12:00 MEZ

Gefahr von Starkregen in den Mittelgebirgen des südlichen Mitteleuropas sowie in Alpennähe, am 21.11. auch auf dem nördlichen Balkan - 19.-21.11.2015
Gefahr von Sturm- auf den Bergen Orkanböen ganz im Süden Deutschlands / Schweiz - 20.11.2015
Gefahr von Starkschneefall in den Hochlagen der Mittelgebirge sowie in den Alpen (insbesondere Schweiz und Frankreich) - 21.11.2015

Erwartungsgemäß fiel seit gestern in Teilen Mitteleuropas viel Regen. In Deutschland konzentrierte sich das Niederschlagsgeschehen auf einen Bereich vom Saarland über das südliche Rheinland-Pfalz, Südhessen, das nördliche Baden-Württemberg bis nach Nordbayern. Dort kamen verbreitet Regenmengen zwischen 30 und 60 mm innerhalb von 24 Stunden zusammen.

Auswahl einiger 27-stündigen-Regenmengen (19.11.2015, 06 UTC, bis 20.11.2015, 09 UTC):
Neckargemünd-Kleingemünd (BW): 66.7 mm
Neuhütten/Spessart (BY): 62.5 mm
Fichtelberg/Ofr. (BY): 58.3 mm
Oberauchrach (BY): 55.4 mm
Aufsess (BY): 52.6 mm

Das Satellitenbild zeigt eindrucksvoll den langgestreckten und wellenden Frontenzug, der sich von der Ukraine über die Mitte und den Süden Deutschlands bis weit auf den Atlantik hinaus erstreckt. Er trennt die feuchte subtropische Warmluft von Meereskaltluft im Norden. Das in den Frontenzug eingebettete Randtief "Kunibert" zieht heute rasch über Süddeutschland hinweg ostwärts und erfährt auf der Südseite der Alpen über Norditalien eine kräftige Intensivierung. Im Bereich der Warmluft kommt es heute und in der kommenden Nacht zu weiteren anhaltenden und ergiebigen Niederschlägen, die Summen können im Bereich der Mittelgebirge des südlichen Mitteleuropas, im Alpenraum und im Norden des Balkans mehr als 100 mm erreichen.
Auf der Rückseite des Tiefs stößt Meereskaltluft weit nach Süden vor, bis morgen Abend erreicht die Kaltluft den gesamten westlichen Mittelmeerraum bis zur Küste Nordwestafrikas.
Mitteleuropa verbleibt bis Anfang kommender Woche im Einflussbereich eines mächtigen Höhentroges; das darin eingebettete Tief "Jürgen" sorgt morgen und auch am Sonntag für zeitweilige und teilweise schauerartige Niederschläge, die vor allem zum Sonntag hin auch in tiefen Lagen meist als Schnee fallen.

Regenfälle
Südlich des Mains fällt heute bis in die Nacht hinein weiterer ergiebiger Regen zunächst noch bis in die Hochlagen des Berglandes. Zu den bereits gefallenenen Mengen sind vor allem im Schwarzwald örtlich noch einmal mehr als 70 mm drin. Vor allem kleinere Flüsse in Baden-Württemberg und Bayern können vereinzelt die Hochwassermeldestufen erreichen oder übertreffen. Bis Mitternacht verlagert sich der stärkste Regen Richtung Schweiz, in Deutschland wird es zunehmend trocken. Größere überregionale Überschwemmungen sind nicht zu erwarten.
Am Samstag fällt insbesondere auf dem nördlichen Balkan (Slowenien, Kroatien) noch heftiger Regen, dort sind Überschwemmungen möglich.

Schneefälle
Mit der eintreffenden Kaltluft gehen die Niederschläge in der Nacht zum Samstag von Norden her zunächst in Lagen oberhalb von 800 Meter in Schnee über. Im Laufe des Samstag sinkt die Schneefallgrenze weiter ab, Schnee- und Graupelschauer können dann bis in die Niederungen auftreten. Tagsüber sind im Flachland allerdings keine schneebedingten Einschränkungen auf den Straßen zu erwarten.
In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag schneit es in Deutschland bei Tagestemperaturen zwischen 0 und 5 Grad C gebietsweise bis in die Niederungen. Im höheren Bergland muss durchweg, im Flachland zumindest örtlich und zeitweise mit Schneeglätte gerechnet werden. In den Mittelgebirgen Süddeutschlands können die Neuschneemengen mehr als 20 cm, in den Alpen mehr als 100 cm betragen.

Sturm- und Orkanböen
Das Randtief "Kunibert" zieht am Freitag etwa über die Mitte Baden-Württembergs und Bayerns hinweg ostwärts. Südlich dieser Bahn kommt es mit Unterstützung der Alpen und angesichts der nachrückenden Kaltluft zu einer Verstärkung des Druckgradienten. In Ostfrankreich, in der Schweiz, und ganz im Süden von Baden-Württemberg und Bayern muss besonders am Freitag Abend mit Sturmböen gerechnet werden. In den Hochlagen sind Orkanböen drin.


Donnerstag, 19. November 2015, 15:00 MEZ





Satellietnbild, 19.11., 11 UTC
Quelle: EUMETSAT
Bodendruckprognose, 20.11., 12 UTC
Quelle: FU Berlin / DWD
500-hPa-Temp./-Geopot., 20.11., 00 UTC
Quelle: Wetterzentrale
WRF-RR-Summe bis 24.11., 06 UTC
Quelle: Wetterzentrale

Starkregen / Starkschneefall / Sturm - Warnung
Mitteleuropa

Ausgegeben am: Donnerstag, 19.11.2015, 15:00 MEZ

Gefahr von Starkregen in den Mittelgebirgen des südlichen Mitteleuropas sowie in Alpennähe - 19.-21.11.2015
Gefahr von Sturm- auf den Bergen Orkanböen in Süddeutschland - 20.11.2015
Gefahr von Starkschneefall in den Hochlagen der Mittelgebirge sowie in den Alpen (insbesondere Schweiz und Frankreich) - 21.11.2015

Zwei Tiefdruckgebiete zeichnen für eine Umstellung der Wetterlage über Europa verantwortlich; die Änderung geht mit teilweise heftigen Wettererscheinungen einher.
Ausläufer des Randtiefs "Kunibert" erreichen in diesen Stunden bereits Deutschland. Sein von ihm ausgehender langgestreckter und weit nach Westen auf den Atlantik reichender Frontenzug (siehe Satellitenbild oben) kommt nur langsam südwärts voran und beeinflusst Mitteleuropa bis Samstag früh. Der schleifende Frontenzug sorgt in Verbindung mit hohen Windgeschwindigkeiten für außerordentlich große Niederschlagsmengen, die insbesondere in den süddeutschen Mittelgebirgen und gebietsweise in Alpennähe sowie im Jura und in der Schweiz auftreten und kleinere Überschwemmungen auslösen können.
Der Frontenzug markiert die planetarische Frontalzone, die subtropische Warmluft im Süden von kalter Polarluft im Norden trennt. Der größte Teil Mitteleuropas lag in den vergangenen Wochen meist im Bereich der Warmluft.
Hinter der Kaltfront von Tiefdruckgebiet "Jürgen", das morgen mit seinem Zentrum über der zentralen Nordsee liegt, strömt hochreichende Meereskaltluft aus Norden nach, die sich im Laufe des Samstags überall in Mitteleuropa durchsetzt und bis Sonntag auch den gesamten westlichen Mittelmeerraum flutet. Im Bereich der nachströmenden Kaltluft kommt es gebietsweise bis in die Niederungen zu schauerartigen Schneefällen.

Regenfälle
Ab heute Nachmittag kommt es zunächst in Belgien und in der Mitte Deutschlands zu länger anhaltenden Niederschlägen. Sind können im Bereich der subtropischen Warmluft teilweise konvektiv durchsetzt und ganz vereinzelt auch mit kurzen Gewittern verbunden sein. Die Regenfälle verlagern sich bis Freitag früh unter Verstärkung weiter nach Süden; gleichzeitig kommt von Frankreich und Belgien her über der Südhälfte Deutschlands neuer kräftiger und anhaltender Regen auf. Erst in der Nacht zum Samstag drängt die von Norden heranrauschende Kaltluft die feuchtwarme Luftmasse nach Süden ab und die Niederschläge lassen nördlich der Alpen weitgehend nach.
Vor allem in den süddeutschen Mittelgebirgen (Schwarzwald, Schwäbische Alb, Schwäbisch-Fränkische Waldberge), sowie in den Vogesen, im Jura und in den Schweizer Alpen summieren sich die Niederschlagsmengen bis Samstag auf 3-stellige Werte. Es können Mengen von lokal mehr als 150 mm auftreten. Außerhalb der Gebirge sind Regenmengen von zumeist 30 bis 50 mm zu erwarten. Angesichts der in den Gebirgen extremen Niederschläge und großflächig auch erheblichen Regenmengen geht die seit Monaten im südlichen Mitteleuropa anhaltende Trockenheit zu Ende. Kleinere und mittlere Bäche und Flüsse können die Hochwassermarken erreichen oder übertreffen. Es kann zu Ausuferungen kommen. Größere überregionale Überschwemmungen sind allerdings nicht zu erwarten.

Schneefälle
Mit der eintreffenden Kaltluft gehen die Niederschläge in der Nacht zum Samstag von Norden her zunächst in Lagen oberhalb von 800 Meter in Schnee über. Im Laufe des Samstag sinkt die Schneefallgrenze weiter ab, Schnee- und Graupelschauer können dann bis in die Niederungen auftreten.
In der Nacht zum Sonntag und am Sonntag schneit es in Deutschland bei Tagestemperaturen zwischen 0 und 5 Grad C gebietsweise bis in die Niederungen. Im höheren Bergland muss durchweg, im Flachland zumindest örtlich und zeitweise mit Schneeglätte gerechnet werden. In den Mittelgebirgen Süddeutschlands können die Neuschneemengen mehr als 20 cm, in den Alpen mehr als 100 cm betragen.

Sturm- und Orkanböen
Das Randtief "Kunibert" zieht am Freitag etwa über den Norden Baden-Württembergs und Bayerns ostwärts. Südlich dieser Bahn kommt es mit Unterstützung der Alpen und angesichts der nachrückenden Kaltluft zu einer Verstärkung des Druckgradienten. Von Ostfrankreich, über die gesamte Schweiz, die mittleren und südlichen Landesteile Baden-Württembergs und Bayerns hinweg muss im Laufe des Freitags mit Sturmböen gerechnet werden. In den Hochlagen sind Orkanböen drin.


eingerichtet am: 19. November 2015, 15:00 MEZ
BM